Beim Styroporpool handelt es sich um ein Poolsystem aus wärmedämmendem Polystyrol, dessen vorgefertigte Blöcke ähnlich wie Legosteine zusammengesetzt werden. Das fertige Schalungsgerüst wird anschließend mit Beton verfüllt und erhält innen eine Schwimmbadfolie. Das Ergebnis ist ein vollwertiges und langlebiges Schwimmbecken.
Doch ein Pool, der einfach als rechteckiges Betonbecken in eine Rasenfläche gesetzt wird, ohne dass man sich Gedanken über seine Einbettung in den Gesamtgarten gemacht hätte, wirkt wie ein Fremdkörper. Das Potenzial, das ein Schwimmbecken als gestalterisches Element bieten kann, bleibt dabei ungenutzt.
Planung
Bevor der erste Styroporstein gesetzt wird, steht die Wahl des richtigen Standorts zur Entscheidung. Die wichtigste Rolle bei der Standortwahl spielt zunächst die Sonneneinstrahlung. Ein Schwimmbecken, das den Großteil des Tages im Schatten liegt, ist wenig einladend und der Energiebedarf für die Heizung steigt. Idealerweise liegt der Pool an einem Ort, der von morgens bis in den frühen Abend hinein Sonne abbekommt. Ebenso wichtig ist ein natürlicher oder künstlicher Windschutz, denn auch starker Wind kühlt das Wasser spürbar ab und macht das Schwimmen rasch ungemütlich. Hier leisten eine dichte Hecke, eine Natursteinmauer oder ein gut platzierter Holzzaun wertvolle Dienste und bieten gleichzeitig die gewünschte Privatsphäre. Bei der Wahl des Standorts müssen außerdem die Abstände zu Bäumen, Sträuchern und Gebäuden bedacht werden. Großwüchsige Bäume in unmittelbarer Poolnähe bedeuten nicht nur Laubprobleme, die die Filteranlage belasten, sondern vor allem das Risiko, dass Wurzeln langfristig die Beckenwände beschädigen. Je nach Baumart sollte der Abstand zwischen Baum und Beckenrand mindestens drei bis fünf Meter betragen. Zum Gebäude selbst sind in der Regel mindestens zwei Meter Abstand einzuplanen, damit Wartungsarbeiten problemlos möglich sind.
Ein Aspekt, der in der Planungsphase häufig unterschätzt wird, ist die rechtliche Seite. Ob ein Styroporpool einer Baugenehmigung bedarf, hängt vom jeweiligen Bundesland bzw. in Österreich vom jeweiligen Bundesland und der Gemeinde ab. In vielen Regionen sind Pools bis zu einem bestimmten Volumen bewilligungsfrei, doch die Grenzen variieren erheblich. Ein Anruf bei der zuständigen Baubehörde zu Beginn der Planung erspart später ungewollte Überraschungen. Schließlich sollte die Frage der Sichtachsen und der Zugänglichkeit nicht vernachlässigt werden. Der Pool sollte vom Haus aus gut erreichbar sein, am besten mit einem direkten Weg von der Terrasse. Gleichzeitig lohnt es sich, die Perspektive vom Haus aus zu bedenken. Ein Pool, der sich harmonisch ins Gesamtbild einfügt und von innen wie eine Einladung wirkt, steigert den Wohnwert des gesamten Grundstücks.
Gestaltungsstile
Hat man einen geeigneten Standort gefunden, stellt sich die Frage, in welchem Stil der Pool in den Garten eingebettet werden soll. Der persönliche Geschmack spielt dabei ebenso eine Rolle wie der vorhandene Gartenstil und die Architektur des Hauses. Grundsätzlich lassen sich vier bewährte Gestaltungsrichtungen unterscheiden, die sich in der Praxis vielfach bewährt haben.
Naturgarten
Wer seinen Garten als naturnahen Rückzugsort gestaltet, kann den Pool nahtlos in dieses Konzept integrieren, indem er auf organische Materialien und eine lockere, naturhafte Bepflanzung setzt. Große Natursteine und Findlinge, die unregelmäßig um das Becken angeordnet werden, geben dem Bereich eine unaufgeregte, erdverbundene Anmutung. Zwischen den Steinen finden Polsterstauden, Gräser und bodendeckende Pflanzen Platz.
Moderner Garten
Für Gartenbesitzer, die klare Linien, hochwertige Materialien und eine zeitgemäße Formensprache bevorzugen, bietet sich die Kombination des Pools mit einem weitläufigen Holzdeck an. Thermoesche, Lärche oder Composite-Materialien (WPC) sind dabei erste Wahl, da sie witterungsbeständig sind und auch nach Jahren noch makellos aussehen. Das Deck kann den Pool von zwei oder drei Seiten umgeben, fließend in die Terrasse übergehen und so eine großzügige, zusammenhängende Außenwohnfläche entstehen lassen. Geometrisch gestaltete Beete mit Formgehölzen oder Ziergräsern setzen Akzente ohne die Geradlinigkeit zu brechen. Sichtschutzelemente aus Cortenstahl, Beton oder dunkel gebeiztem Holz rahmen den Bereich ein und verleihen ihm eine architektonische Qualität, die mit dem Hausstil in Dialog tritt.
Mediterranes Flair
Wer die entspannte Atmosphäre des Südens in den eigenen Garten holen möchte, setzt auf warme Erdtöne, raue Natursteinplatten und eine Bepflanzung, die an Italien, Griechenland oder die Provence erinnert. Terrakottafarbene Beläge rund um das Becken schaffen sofort Urlaubsstimmung, während Olivenbäume in großen Terrakottakübeln, Lavendel, Rosmarin und andere Kräuter den Sinnen schmeicheln und zugleich das Gesamtbild stimmig machen. Eine Pergola aus naturbelassenem Holz oder weißem Mauerwerk, bewachsen mit Weinreben oder Wisteria, bietet Schatten und Struktur und verwandelt den Poolbereich in ein echtes Freiluft-Wohnzimmer. Ein Sonnensegel in gebrochenen Weißtönen oder sanftem Ocker rundet das Bild ab.
Familienfreundlicher Garten
Gerade für Familien mit Kindern ist es besonders wichtig, dass der Poolbereich sicher, praktisch und dabei trotzdem ansprechend gestaltet ist. Eine direkt angrenzende Terrasse mit ausreichend Platz für Liegen, Tisch und Stühle ermöglicht es, dass Erwachsene die Kinder beim Schwimmen im Blick behalten. Ein klar abgegrenzter Spielbereich auf dem benachbarten Rasen hält den unmittelbaren Poolrand von Spielzeug und Trubel frei. Ein umlaufender Sicherheitszaun ist für Familien mit Kleinkindern ohnehin Pflicht. Flache Einstiegsstufen oder eine in das Becken integrierte Treppe erleichtern kleinen Schwimmern den Einstieg und verringern das Unfallrisiko. Sichtschutzelemente sorgen dafür, dass der Poolbereich von der Straße aus nicht einsehbar ist und die Privatsphäre der Familie gewahrt bleibt.
Oberflächengestaltung
Die Wahl der richtigen Beläge und Materialien für den Bereich unmittelbar rund um das Becken entscheidet maßgeblich darüber, wie sicher, pflegeleicht und ästhetisch ansprechend der Poolbereich letztendlich wirkt. Dabei müssen Optik und Funktion in einem guten Gleichgewicht stehen. Das wichtigste Kriterium ist Rutschfestigkeit. Nasser Untergrund rund um ein Schwimmbecken kann zur Gefahrenquelle werden, besonders wenn sich Kinder um das Becken tummeln. Für Holzdecks empfehlen sich strukturierte Oberflächen oder spezielle Gummipads, die den Grip auch bei Nässe gewährleisten. Bei Naturstein und Betonplatten sollte unbedingt auf eine matt-raue Oberfläche geachtet werden. Polierte Platten sehen im Trockenen elegant aus, werden bei Nässe aber zur Rutschbahn. Speziell für den Poolbereich konzipierte Keramikfliesen mit erhöhter Rutschklasse (R11 oder besser) sind eine weitere bewährte Option.
Die Frage, ob man die Fläche rund um den Pool mit Rasen bepflanzt oder versiegelt, verdient eine differenzierte Betrachtung. Rasen wirkt natürlich und fühlt sich angenehm unter den Füßen an, er bringt aber auch Herausforderungen mit sich. Denn Schmutz und Grasschnitt gelangen leicht ins Wasser, nasser Rasen oft rutschig und an stark frequentierten Stellen leidet der Rasen rasch unter dem Trittdruck. Eine bewährte Lösung ist eine Kombination aus einem versiegelten Streifen von etwa einem Meter direkt rund um das Becken und einer Rasenfläche in der weiteren Umgebung. Der versiegelte Bereich lässt sich problemlos abspülen und hält den Schmutzeinfall ins Wasser gering. Unbedingt von Anfang an mitgeplant werden muss das Entwässerungskonzept. Das Wasser, das beim Baden und Spritzen aus dem Becken geschwappt wird, sowie das Wasser beim regelmäßigen Reinigen der Umgebung muss gezielt abgeleitet werden. Ein Gefälle von etwa einem bis zwei Prozent weg vom Becken ist dabei das Minimum. Zusätzliche Ablaufrinnen oder versickerungsfähige Beläge können je nach Gegebenheit sinnvoll sein. Wer diesen Aspekt vernachlässigt, riskiert stehendes Wasser, Algenbildung auf den Belägen und langfristig Schäden am Fundament oder an der Poolwand.
Bepflanzung im Poolbereich
Keine Maßnahme trägt so sehr zur Verwandlung eines nüchternen Betonbeckens in eine einladende Wohlfühloase bei wie eine durchdachte Bepflanzung. Pflanzen schaffen Atmosphäre, spenden Schatten, bieten Sichtschutz und binden den Pool in den Gesamtgarten ein. Gleichzeitig gibt es einige Punkte zu beachten, damit die Bepflanzung nicht zur Belastung wird.
Die größte Herausforderung ist das Laub. Jedes Blatt, das ins Wasser fällt, setzt organisches Material frei, das den Filterkreislauf belastet, den pH-Wert verändert und im schlimmsten Fall Algen begünstigt. Deshalb sollten unmittelbar am Beckenrand bevorzugt immergrüne Pflanzen oder solche mit sehr kleinem, leichtem Laub verwendet werden. Bambus ist in dieser Hinsicht eine ausgezeichnete Wahl, da er kaum Laub abwirft, rasch zu einem dichten Sichtschutz heranwächst und dem Bereich eine exotische Note verleiht. Ähnliches gilt für Hainbuchen-Hecken, Lebensbäume (Thuja) und viele Nadelgehölze, die zwar ebenfalls Nadeln verlieren, deren Abfall aber vergleichsweise gut zu handhaben ist. Ziergräser wie Miscanthus oder Pennisetum setzen dekorative Akzente und sind so gut wie wartungsfrei. Unbedingt meiden sollte man dagegen großblättrige Laubbäume wie Platanen, Kastanien oder Weiden in unmittelbarer Poolnähe, ebenso Bäume und Sträucher mit kleinen, schwer abzufischenden Blüten oder Früchten. Auch stark wurzelnde Gehölze wie Pappeln oder Weiden stellen ein Risiko für die Poolwände dar und sollten mindestens fünf bis zehn Meter entfernt stehen.
Kübelpflanzen bieten eine elegante Lösung und können je nach Saison, Stimmung oder Pflegebedarf umgestellt werden. Zudem ist das Überwintern bei frostempfindlichen Arten im Keller möglichen. Dadurch kann man auch exotischere Pflanzen wie Agaven, Oleander oder Palmen in den Poolbereich einbinden, die im Freiland hierzulande nicht überwintern würden.
Beleuchtung
Ein Pool, der bei Nacht beleuchtet wird, hat eine unwiderstehliche Ausstrahlung. Die richtige Beleuchtung ist dabei weit mehr als ein rein praktisches Hilfsmittel. Sie ist ein wesentliches Gestaltungselement, das die Stimmung des gesamten Gartens in den Abendstunden trägt. Den stärksten Effekt erzielen Unterwasserscheinwerfer, die das Wasser von innen heraus in ein warmes oder farbiges Licht tauchen. LED-Unterwasserleuchten sind heute langlebig, energieeffizient und lassen sich in vielen Farbvarianten und sogar mit Farbwechselfunktion erwerben. Ein schlichtes, warmes Weiß wirkt elegant und zeitlos. Wer den Pool zum stimmungsvollen Partymittelpunkt machen möchte, kann mit wechselnden Farben spielen. Bei der Installation ist darauf zu achten, dass nur für den Poolbereich zugelassene Niedervolt-Leuchten verwendet werden, die entsprechenden Sicherheitsnormen entsprechen.
Rund um den Pool ergänzt eine gut geplante Außenbeleuchtung das Bild. Dezente Bodeneinbaustrahler entlang des Beckenrandes oder im Deck lassen die Wasseroberfläche effektvoll erschimmern. Strahler, die auf markante Pflanzen oder Strukturelemente gerichtet sind, erzeugen interessante Licht-Schatten-Spiele. Lichterketten, die in Bäumen oder an der Pergola installiert werden, schaffen eine warme, festliche Atmosphäre, die den Poolbereich auch an lauen Sommerabenden ohne Schwimmen zu einem angenehmen Aufenthaltsort macht.
Bei der Entscheidung zwischen Solar- und kabelgebundener Beleuchtung gilt es, Vor- und Nachteile abzuwägen. Solarlösungen sind einfach zu installieren, verursachen keine laufenden Stromkosten und kommen ohne Erdkabel aus. Allerdings ist ihre Leistung wetterabhängig und reicht oft nicht für intensive Beleuchtungseffekte. Für die Unterwasserbeleuchtung und für verlässliche, helle Außenleuchten ist eine kabelgebundene Lösung in der Regel die bessere Wahl. Wer beides kombiniert, nutzt Solarleuchten für die dekorative Akzentbeleuchtung und setzt für die Hauptbeleuchtung auf ein fest verlegtes System.
Pflege
Ein schön gestalteter Poolbereich soll nicht nur im ersten Sommer glänzen, sondern über viele Jahre hinweg ansprechend bleiben. Deshalb lohnt es sich, beim Entwurf von Anfang an die Pflegefreundlichkeit im Blick zu behalten.
Bei der Materialwahl sollte Langlebigkeit und Pflegeleichtigkeit eine mindestens ebenso große Rolle spielen wie die Optik. Thermisch behandeltes oder mit Öl behandeltes Holz altert würdevoll und hält Feuchtigkeit gut stand, braucht aber eine regelmäßige Nachbehandlung. WPC-Terrassendielen sind deutlich pflegeleichter, können jedoch bei intensiver Sonneneinstrahlung heiß werden. Naturstein ist dauerhaft und langlebig, kann aber bei bestimmten Gesteinsarten durch Chlor- und Kalkwasser fleckig werden. Wer diese Aspekte kennt, trifft bewusstere Entscheidungen und erlebt später keine unliebsamen Überraschungen.
Die Abdeckplane ist ein weiteres Element, das in der Gestaltungsplanung häufig vergessen wird. Im Winter oder bei längerem Nichtgebrauch ist eine gute Abdeckung unerlässlich, um Verschmutzungen zu minimieren und Wärmeverluste zu reduzieren. Heute gibt es elegante Rolladenabdeckungen, die in den Beckenrand integriert werden und beim Öffnen platzsparend verstauen. Auch die Frage des Laubfalls wurde bereits im Kontext der Bepflanzung angesprochen, verdient hier aber noch einmal Beachtung. Denn eine Bepflanzung mit immergrünen Sichtschutzpflanzen statt großkroniger Laubbäume spart im Herbst und Frühjahr erheblichen Reinigungsaufwand und verlängert die Nutzungssaison spürbar.
Budget
Wer einen Styroporpool in seinen Garten integrieren möchte, sollte von Anfang an ein realistisches Gesamtbudget aufstellen, das nicht nur den Pool selbst, sondern auch alle Umgebungsgestaltungsmaßnahmen umfasst. Erfahrungsgemäß unterschätzen viele Bauherren die Kosten für die Gestaltung rund um das Becken und sind dann überrascht, wenn das Budget für Deck, Bepflanzung und Beleuchtung den Preis des Pools selbst übersteigt.
Das Becken mit Technik macht in der Regel nur einen Teil der Gesamtinvestition aus. Ein Holzdeck in guter Qualität, eine professionelle Bepflanzung, Natursteinbeläge und eine hochwertige Beleuchtungsanlage können in der Summe ein ähnliches oder größeres Investitionsvolumen erfordern. Das ist keine Abschreckung, sondern eine Einladung zur realistischen Planung. Wer das Gesamtbudget kennt, kann kluge Entscheidungen darüber treffen, wo er investiert und wo er spart. Eine bewährte Strategie ist die etappenweise Umsetzung. Im ersten Jahr wird das Becken eingebaut und mit einer Grundausstattung in Betrieb genommen, im zweiten Jahr folgt die unmittelbare Poolumgebung, im dritten Jahr die vollständige Bepflanzung und Beleuchtung. So wird die finanzielle Belastung gestreckt, und man hat außerdem Zeit, die eigenen Bedürfnisse und Wünsche im echten Nutzungsalltag besser kennenzulernen, bevor man endgültige Entscheidungen trifft.
Die Frage, was man selbst machen kann und wo man einen Fachbetrieb hinzuziehen sollte, hängt stark von den eigenen Fähigkeiten und dem verfügbaren Zeitbudget ab. Der eigentliche Poolbau ist für handwerklich versierte Menschen gut als DIY-Projekt umsetzbar. Pooldoktor liefert dafür die Bausätze und Schritt-für-Schritt-Anleitungen.