Salzwasser vs. Chlor im Styropor-Pool

Die besonderen Eigenschaften von Styropor als Baumaterial bringen sowohl Vorteile als auch spezifische Anforderungen mit sich. Das Material bietet eine hervorragende Isolierung, die das Poolwasser länger warm hält und Heizkosten spart. Gleichzeitig ist es leichter als Beton und ermöglicht eine relativ einfache Installation. Doch bei aller Begeisterung für diese moderne Poolbauweise steht jeder Poolbesitzer vor einer grundlegenden Entscheidung: Wie soll das Wasser desinfiziert und sauber gehalten werden?

Die Wahl des richtigen Wasseraufbereitungssystems ist entscheidend für die Langlebigkeit des Pools, die Wasserqualität und letztlich für den Badespaß. Während traditionelle Chlorierung seit Jahrzehnten der Standard ist, gewinnen Salzwasser-Systeme zunehmend an Beliebtheit. Beide Methoden haben ihre spezifischen Vor- und Nachteile, die bei Styropor-Pools abgewogen werden sollten.

Die klassische Chlorierung im Styroporpool

Die Chlorierung ist die traditionelle und am weitesten verbreitete Methode zur Wasserdesinfektion in Pools. Chlor wird dem Wasser zugesetzt und tötet dort Bakterien, Algen und andere Mikroorganismen ab. Es gibt verschiedene Darreichungsformen, von langsam löslichen Tabletten über schnell wirkendes Granulat bis hin zu flüssigem Chlor. Diese Vielfalt ermöglicht es Poolbesitzern, die für ihre Situation passende Variante zu wählen. Der größte Vorteil der klassischen Chlorierung liegt in ihrer Bewährtheit und Verfügbarkeit. Chlor ist nahezu überall erhältlich, vergleichsweise günstig in der Anschaffung und wirkt zuverlässig gegen Bakterien, Algen und andere Verunreinigungen. Die Dosierung lässt sich gut kontrollieren, und bei Bedarf kann schnell nachreguliert werden. Gerade für Einsteiger in die Poolpflege ist das Chlor-System überschaubar und verständlich.

Allerdings bringt die klassische Chlorierung auch einige Nachteile mit sich. Der charakteristische Chlorgeruch, der oft mit Schwimmbädern assoziiert wird, entsteht vor allem durch Chloramine-Verbindungen, die sich bilden, wenn Chlor mit organischen Stoffen reagiert. Zudem klagen manche Poolnutzer über Haut- und Augenreizungen, besonders bei empfindlichen Personen oder Kindern. Der Umgang mit Chemikalien erfordert zudem eine gewisse Sorgfalt bei Lagerung und Dosierung. Bei Styropor-Pools ist das Material grundsätzlich chlorbeständig, allerdings sollte man darauf achten, dass Chlortabletten nicht direkt auf der Poolfolie liegen, da dies zu Bleichflecken führen kann.

Das Salzwasser-System als Alternative

Das Salzwasser-System, technisch korrekt als Salzelektrolyse bezeichnet, funktioniert nach einem anderen Prinzip. Dem Poolwasser wird Salz zugesetzt, typischerweise in einer Konzentration von etwa 0,3 bis 0,5 Prozent. Eine Elektrolysezelle wandelt dieses Salz mittels elektrischem Strom in Chlor um, das dann das Wasser desinfiziert. Nach der Desinfektion wandelt sich das Chlor wieder in Salz zurück, wodurch ein geschlossener Kreislauf entsteht. Der große Vorteil dieses Systems liegt in der kontinuierlichen und gleichmäßigen Chlorproduktion. Es entstehen keine Chlorspitzen, wie sie bei manueller Zugabe vorkommen können. Das Wasser fühlt sich weicher an, ist sanfter zu Haut und Augen und verursacht weniger den typischen Chlorgeruch. Viele Poolbesitzer schätzen zudem, dass sie nicht ständig Chemikalien nachkaufen und handhaben müssen. Die Salzelektrolyse-Anlage arbeitet weitgehend automatisch und produziert das benötigte Chlor kontinuierlich aus dem im Wasser gelösten Salz.

Die Anschaffung einer Salzwasseranlage ist allerdings teurer als ein Chlorsystem. Die Elektrolysezelle muss regelmäßig gewartet und nach einigen Jahren ausgetauscht werden. Zudem verbraucht das System kontinuierlich Strom, was die laufenden Betriebskosten erhöht. Der Salzgehalt im Wasser liegt zwar deutlich unter dem von Meerwasser, kann aber dennoch bei bestimmten Poolkomponenten wie Metallleitern oder Edelstahlteilen zu Korrosion führen, wenn diese nicht salzwasserbeständig sind.

Vergleich und Materialverträglichkeit

Ein besonders wichtiger Aspekt bei Styroporpools ist die Frage der Materialverträglichkeit. Styropor-Pools bestehen aus einem EPS-Kern (expandiertes Polystyrol), der mit einer wasserundurchlässigen Folie oder Beschichtung ausgekleidet ist. Grundsätzlich sind beide Systeme mit Styroporpools kompatibel, jedoch gibt es einige Unterschiede zu beachten.

Chlor kann in höheren Konzentrationen bei unsachgemäßer Anwendung zu Ausbleichungen der Poolfolie führen, insbesondere wenn Chlorgranulat direkt auf dem Poolboden liegt oder zu hohe Chlorwerte über längere Zeit bestehen. Das Styropormaterial selbst ist jedoch gegen Chlor weitgehend resistent. Bei korrekter Dosierung und Verteilung des Chlors im Wasser sind keine negativen Auswirkungen auf die Poolstruktur zu erwarten. Salzwasser-Systeme gelten generell als materialschonender, wobei der Salzgehalt im Pool mit etwa 0,3 bis 0,5 Prozent deutlich unter dem von Meerwasser liegt. Styropor selbst ist gegenüber Salzwasser unempfindlich, jedoch können Metallteile wie Leitern oder Einbauteile bei unsachgemäßer Materialwahl korrodieren. Moderne Styroporpools sind in der Regel für beide Systeme geeignet, sofern hochwertige Folien und Komponenten verwendet werden.

Die Wahl des richtigen Desinfektionssystems

Die hervorragenden Isoliereigenschaften des Materials, die vergleichsweise einfache Installation und die gute Wärmespeicherung machen Styropor-Pools zu einer attraktiven Alternative zu herkömmlichen Poolkonstruktionen. Doch mit der Entscheidung für einen Pool kommt auch die wichtige Frage nach der richtigen Wasseraufbereitung. Sauberes, hygienisch einwandfreies Wasser ist nicht nur für die Gesundheit der Badenden essentiell, sondern schützt auch das Material des Pools vor Algen, Bakterien und anderen Verunreinigungen.

Bei der Wasserdesinfektion haben sich zwei Hauptsysteme etabliert: die traditionelle Chlorierung und das modernere Salzwasser-Elektrolyse-System. Beide Methoden haben ihre spezifischen Vor- und Nachteile, und gerade bei Styroporpools mit ihrer besonderen Materialbeschaffenheit gilt es, einige Besonderheiten zu beachten. Die Wahl des richtigen Systems kann langfristig über Komfort, Kosten und die Lebensdauer des Pools entscheiden.

Die klassische Chlorierung im Detail

Die Chlorierung ist seit Jahrzehnten die bewährte Standardmethode zur Pooldesinfektion und kommt in den meisten privaten Schwimmbädern zum Einsatz. Chlor wird dem Poolwasser in verschiedenen Formen zugesetzt und wirkt dort als starkes Oxidationsmittel, das Bakterien, Viren, Algen und andere organische Verunreinigungen zuverlässig abtötet. Dabei spaltet das Chlor die Zellwände der Mikroorganismen auf und macht sie unschädlich. Poolbesitzer haben bei der Chlorierung die Wahl zwischen verschiedenen Darreichungsformen. Chlortabletten sind besonders beliebt, da sie sich langsam auflösen und so für eine kontinuierliche Chlorzufuhr sorgen. Sie werden meist in einen Dosierschwimmer oder Skimmer gegeben. Chlorgranulat hingegen löst sich schneller auf und eignet sich hervorragend für die Stoßchlorung, wenn das Wasser schnell aufbereitet werden muss, etwa nach starker Nutzung oder Unwettern. Flüssigchlor bietet den Vorteil der besonders gleichmäßigen Verteilung im Wasser, erfordert aber eine vorsichtigere Handhabung und Lagerung.

Die Vorteile der klassischen Chlorierung liegen auf der Hand. Die Anschaffungskosten sind niedrig, da keine zusätzliche technische Ausstattung erforderlich ist. Chlorprodukte sind überall erhältlich, in jedem Baumarkt und Fachhandel vorrätig, und die Anwendung ist grundsätzlich unkompliziert. Die desinfizierende Wirkung ist wissenschaftlich bestens dokumentiert und äußerst zuverlässig. Selbst bei stark verschmutztem Wasser lässt sich mit einer gezielten Stoßchlorung schnell wieder ein hygienisch einwandfreier Zustand herstellen. Allerdings bringt die Chlorierung auch Nachteile mit sich, die nicht verschwiegen werden sollten. Der Umgang mit Chlorprodukten erfordert Sorgfalt, denn die Chemikalien können bei falscher Handhabung Haut und Atemwege reizen. Die Lagerung muss trocken und sicher erfolgen, außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren. Viele Menschen kennen und beklagen den typischen Chlorgeruch, der sich nicht nur am Pool, sondern auch auf Haut und Haaren der Badenden festsetzt. Dieser Geruch entsteht übrigens nicht durch das Chlor selbst, sondern durch Chloramine, die sich bilden, wenn Chlor mit organischen Substanzen wie Schweiß oder Hautschuppen reagiert. Bei Styroporpools muss zudem auf die Materialverträglichkeit geachtet werden. Die meisten modernen Styroporpools sind mit einer robusten PVC- oder Folienauskleidung versehen, die gegen Chlor beständig ist. Dennoch sollte darauf geachtet werden, dass Chlorprodukte sich vollständig auflösen und nicht in konzentrierter Form auf der Folie liegen bleiben, da dies zu Ausbleichungen oder in extremen Fällen zu Materialschäden führen kann. Die Isolierwirkung des Styropors selbst wird durch Chlor nicht beeinträchtigt, sofern die Außenhülle intakt bleibt.

Das Salzwasser-System mit Elektrolyse im Detail

Das Salzwassersystem stellt eine elegante Alternative zur manuellen Chlorierung dar und erfreut sich zunehmender Beliebtheit bei Poolbesitzern, die Komfort und eine sanftere Wasserqualität schätzen. Das System basiert auf dem Prinzip der Salzelektrolyse, bei dem dem Poolwasser gewöhnliches Kochsalz zugesetzt wird. Eine Elektrolysezelle, die in den Filterkreislauf integriert wird, wandelt dieses Salz mittels elektrischem Strom in Chlor um, genauer gesagt in Natriumhypochlorit. Das so erzeugte Chlor desinfiziert das Wasser genauso effektiv wie manuell zugesetztes Chlor, wird aber kontinuierlich und in genau dosierter Menge produziert.

Der große Vorteil dieses Systems liegt in seiner Automatisierung. Einmal installiert und richtig eingestellt, arbeitet die Elektrolyseanlage selbstständig und produziert genau die Menge an Chlor, die für die Pooldesinfektion benötigt wird. Der Poolbesitzer muss lediglich gelegentlich den Salzgehalt kontrollieren und bei Bedarf Salz nachfüllen, was deutlich seltener erforderlich ist als das regelmäßige Nachlegen von Chlortabletten. Der Salzgehalt liegt dabei mit etwa drei bis vier Gramm pro Liter deutlich unter dem von Meerwasser und ist kaum wahrnehmbar. Besonders geschätzt wird von vielen Nutzern die deutlich angenehmere Wasserqualität. Das Wasser fühlt sich weicher an, ist sanfter zu Haut und Augen und hinterlässt nicht den typischen Chlorgeruch. Da das Chlor kontinuierlich in kleinen Mengen produziert wird, sind die Chlorschwankungen im Wasser minimal, was zu einer konstanteren Wasserqualität führt. Menschen mit empfindlicher Haut oder Allergien gegen Chlorzusätze vertragen Salzwasser häufig besser. Auch Badebekleidung und Poolzubehör werden weniger durch aggressive Chemikalien beansprucht.

Die Technik hinter der Elektrolyse ist faszinierend, verlangt aber auch ein gewisses Verständnis. Die Elektrolysezelle besteht aus Titanplatten mit einer Beschichtung aus Edelmetallen wie Ruthenium oder Iridium. Wenn das salzhaltige Wasser durch die Zelle fließt, wird durch den elektrischen Strom das Salz in seine Bestandteile zerlegt. Dabei entsteht nicht nur Chlor zur Desinfektion, sondern auch Wasserstoff als Nebenprodukt, der einfach entweicht. Ein cleverer Aspekt des Systems ist, dass das Chlor nach der Desinfektion wieder zu Salz umgewandelt wird, sodass der Salzkreislauf weitgehend geschlossen ist und nur geringe Mengen nachgefüllt werden müssen. Natürlich hat auch das Salzwassersystem seine Schattenseiten. Die Anschaffungskosten sind deutlich höher als bei der einfachen Chlorierung. Eine Elektrolyseanlage kostet je nach Größe und Qualität zwischen einigen hundert und über tausend Euro. Hinzu kommen die Installationskosten, wenn man die Anlage nicht selbst einbauen kann oder möchte. Die Elektrolysezelle verbraucht kontinuierlich Strom, was sich auf die Betriebskosten auswirkt. Je nach Poolgröße und Nutzungsdauer können mehrere hundert Kilowattstunden pro Saison zusammenkommen.

Die Wartung der Elektrolysezelle darf nicht vernachlässigt werden. Die Titanplatten können sich mit der Zeit mit Kalkablagerungen zusetzen, was die Effizienz reduziert. Moderne Anlagen verfügen zwar oft über eine Selbstreinigungsfunktion, bei der die Polarität der Platten periodisch umgekehrt wird, dennoch sollte die Zelle regelmäßig inspiziert und bei Bedarf gereinigt werden. Die Lebensdauer einer Zelle liegt typischerweise zwischen drei und sieben Jahren, danach muss sie ersetzt werden, was wiederum Kosten verursacht. Bei Styroporpools ist der leicht erhöhte Salzgehalt des Wassers grundsätzlich unproblematisch. Die PVC-Auskleidungen sind salzresistent und nehmen keinen Schaden. Allerdings muss bei Metallteilen im und am Pool besondere Vorsicht walten. Leitern, Einbauskimmer, Gegenstromanlagen und ähnliches Zubehör aus Edelstahl sollte von hoher Qualität sein, da minderwertiger Edelstahl durch das Salzwasser korrodieren kann. Viele Hersteller bieten inzwischen speziell für Salzwasserpools geeignetes Zubehör an, das gegen Korrosion geschützt ist.

Vergleich und Materialverträglichkeit

Wenn es um die Langzeitwirkung auf das Poolmaterial geht, zeigen sich interessante Unterschiede zwischen beiden Systemen. Styroporpools zeichnen sich durch ihre robuste Bauweise aus, bei der die tragenden Styroporelemente mit einer wasserdichten Innenhülle ausgekleidet sind. Diese Innenhülle besteht meist aus verstärkter PVC-Folie oder einer Polyesterbeschichtung, die beide grundsätzlich gegen Chlor und Salz beständig sind.

Bei der klassischen Chlorierung kann es allerdings zu lokalen Problemen kommen, wenn Chlorgranulat oder Tabletten in hoher Konzentration auf die Folie gelangen und dort nicht sofort verteilt werden. Die hohe Chlorkonzentration kann dann zu Ausbleichungen führen, in extremen Fällen sogar die Weichmacher aus dem PVC lösen und die Folie spröde machen. Daher ist es wichtig, Chlorprodukte stets über den Skimmer oder einen Dosierschwimmer zuzugeben und niemals direkt auf den Poolboden zu werfen. Das Salzwassersystem ist in dieser Hinsicht schonender, da das Chlor gleichmäßig im Wasser verteilt wird und keine Konzentrationsunterschiede entstehen. Die Folien werden gleichmäßiger belastet und zeigen in der Regel eine längere Lebensdauer. Allerdings darf der Salzgehalt nicht zu hoch werden, da sonst osmotische Effekte auftreten können, die das Material belasten. Die empfohlene Salzkonzentration von drei bis vier Gramm pro Liter sollte nicht überschritten werden.

Ein kritischer Punkt bei Salzwassersystemen ist die bereits erwähnte Korrosionsgefahr bei Metallteilen. Während die Styroporstruktur und die Folie unempfindlich sind, können Edelstahlkomponenten leiden. Besonders betroffen sind oft Schrauben, Scharniere von Leitern, Befestigungen für Beleuchtung oder Gegenstromanlagen. Hier ist es ratsam, von Anfang an auf hochwertige Materialien zu setzen, idealerweise auf Edelstahl der Qualität V4A (316 oder 316L), der auch im Meerwasser eingesetzt wird. Alternativ können Kunststoff- oder Titankomponenten gewählt werden, die praktisch unempfindlich gegen Salzwasser sind. Die Styroporblöcke selbst, die die Struktur des Pools bilden, sind von beiden Desinfektionsmethoden nicht direkt betroffen, da sie ja durch die Innenhülle vom Wasser getrennt sind. Ihre hervorragende Isolierwirkung bleibt unabhängig vom gewählten System erhalten. Allerdings sollte die Außenseite des Pools vor direkter Sonneneinstrahlung und mechanischen Beschädigungen geschützt werden, um die Langlebigkeit zu gewährleisten.

Die Kostenfrage aus verschiedenen Perspektiven

Bei der Entscheidung zwischen Chlor und Salzwasser spielt der finanzielle Aspekt für die meisten Poolbesitzer eine zentrale Rolle. Eine faire Betrachtung muss dabei sowohl die Anschaffungs- als auch die laufenden Kosten über mehrere Jahre berücksichtigen, denn hier zeigen sich erhebliche Unterschiede zwischen beiden Systemen. Die Chlorierung punktet mit minimalen Einstiegskosten. Abgesehen von der Grundausstattung des Pools selbst wird lediglich ein Testkit für die Wasseranalyse benötigt, vielleicht noch ein Dosierschwimmer für die Chlortabletten. Insgesamt bewegen sich die Anfangsinvestitionen im Bereich von fünfzig bis hundert Euro. Die laufenden Kosten hängen stark von der Poolgröße und Nutzungsintensität ab, liegen aber typischerweise bei etwa hundert bis zweihundert Euro pro Saison für Chlorprodukte, pH-Regulierer und andere Pflegemittel. Der Zeitaufwand für die Wasserpflege ist allerdings nicht zu unterschätzen, da regelmäßige Messungen, das Dosieren der Chemikalien und die gelegentliche Stoßchlorung sich auf mehrere Stunden pro Monat summieren.

Das Salzwassersystem erfordert eine deutlich höhere Anfangsinvestition. Eine Elektrolyseanlage für einen durchschnittlichen Privatpool kostet zwischen fünfhundert und anderthalbtausend Euro, abhängig von der Leistung und Ausstattung. Hinzu kommen eventuelle Installationskosten und die Erstbefüllung mit Salz, die je nach Poolgröße zwischen fünfzig und hundert Euro kosten kann. Die Gesamtinvestition liegt also schnell bei tausend bis zweitausend Euro. Dafür fallen die laufenden Kosten niedriger aus. Salz ist günstig und muss nur gelegentlich nachgefüllt werden, typischerweise zwei bis drei Säcke pro Saison zu je etwa zehn bis fünfzehn Euro. Der Stromverbrauch der Elektrolyseanlage sollte nicht vernachlässigt werden. Bei einer Leistungsaufnahme von etwa hundert bis zweihundert Watt und einer Laufzeit von sechs bis acht Stunden täglich kommen über eine Saison von vier Monaten zwischen fünfzig und hundert Euro an Stromkosten zusammen. Trotzdem liegen die jährlichen Betriebskosten meist unter denen der Chlorierung. Eine wichtige Kostenkomponente beim Salzwassersystem ist der Austausch der Elektrolysezelle. Nach drei bis sieben Jahren, je nach Qualität und Wartung, muss die Zelle ersetzt werden. Die Kosten dafür liegen zwischen zweihundert und sechshundert Euro. Rechnet man diese Kosten auf die Lebensdauer um, ergeben sich zusätzliche jährliche Kosten von etwa fünfzig bis hundert Euro.

Über einen Zeitraum von fünf Jahren betrachtet, nähern sich die Gesamtkosten beider Systeme an oder das Salzwassersystem kann sogar günstiger werden, besonders wenn man den Zeitaufwand für die manuelle Wasserpflege monetär bewertet. Nach etwa drei bis fünf Jahren hat sich die höhere Anfangsinvestition in eine Elektrolyseanlage typischerweise amortisiert. Für Poolbesitzer mit einem engen Budget oder bei kleineren Pools mag die Chlorierung die wirtschaftlichere Wahl sein, während bei größeren Pools und längerer Nutzungsdauer das Salzwassersystem seine Stärken ausspielt.

Entscheidungskriterien für das passende System

Die Wahl zwischen Chlor und Salzwasser ist letztlich eine sehr persönliche Entscheidung, die von verschiedenen Faktoren abhängt. Bei kleinen Aufstellpools oder Becken unter zwanzig Kubikmetern ist die manuelle Chlorierung oft ausreichend und wirtschaftlich sinnvoll. Der Aufwand für die Wasserpflege hält sich in Grenzen, und die niedrigen Anschaffungskosten sprechen für sich. Bei größeren Pools ab dreißig Kubikmetern hingegen steigt der Aufwand für die manuelle Dosierung deutlich, und die Vorteile einer automatischen Elektrolyse kommen voll zum Tragen.

Die Nutzungsintensität ist ein weiterer wichtiger Aspekt. Wird der Pool nur gelegentlich am Wochenende genutzt, reicht eine einfache Chlorierung meist völlig aus. Bei täglicher Nutzung durch die Familie oder gar mehrere Familien, vielleicht mit Kindern die stundenlang im Wasser spielen, bietet das Salzwassersystem mit seiner kontinuierlichen, gleichmäßigen Desinfektion deutliche Vorteile. Die Wasserqualität bleibt konstanter, und die Gefahr von Chlorspitzen oder Unterversorgung ist minimiert.

Auch gesundheitliche Überlegungen können den Ausschlag geben. Menschen mit empfindlicher Haut, Neurodermitis oder Allergien gegen Chlorzusätze profitieren oft deutlich von der milderen Wasserqualität eines Salzwassersystems. Die Augen werden weniger gereizt, die Haut trocknet nicht so stark aus, und der fehlende Chlorgeruch auf Haut und Haaren ist für viele ein großer Komfortgewinn. Wer bereits weiß, dass herkömmliches Chlorwasser Probleme bereitet, sollte ernsthaft über die Investition in eine Elektrolyseanlage nachdenken.

Der Zeitfaktor darf nicht unterschätzt werden. Die manuelle Wasserpflege erfordert Disziplin und regelmäßige Aufmerksamkeit. Mehrmals wöchentlich müssen die Wasserwerte kontrolliert, Chemikalien nachgefüllt und die Dosierung angepasst werden. Für Menschen mit begrenzter Zeit oder wenig Interesse an der Poolchemie ist das Salzwassersystem eine Befreiung. Nach der Installation und richtigen Einstellung läuft das System weitgehend automatisch, und der Zeitaufwand für die Wasserpflege reduziert sich erheblich.

Auch der Komfortanspruch spielt eine Rolle. Wer seinen Pool als Wellnessoase betrachtet und Wert auf ein rundum angenehmes Badeerlebnis legt, wird die Vorzüge des weichen, geruchsneutralen Salzwassers zu schätzen wissen. Das Gefühl auf der Haut ist samtiger, fast wie bei Naturseen mit mineralisiertem Wasser. Wer hingegen den Pool primär als sportliches Trainingsbecken nutzt und mit dem typischen Schwimmbadgeruch keine Probleme hat, wird mit der kostengünstigeren Chlorierung gut bedient sein.

Die technische Affinität sollte ebenfalls bedacht werden. Wer Spaß an Technik hat und gerne die Kontrolle über alle Parameter behält, findet in modernen Elektrolyseanlagen mit digitaler Steuerung, automatischer pH-Regulierung und Smartphone-Anbindung ein interessantes Spielfeld. Die Chlorierung hingegen ist technisch anspruchslos und funktioniert auch ohne jegliches technisches Verständnis zuverlässig.

Für einen durchschnittlichen Styroporpool mit etwa fünfundzwanzig bis vierzig Kubikmetern Volumen, der regelmäßig von einer Familie genutzt wird und für mehrere Jahre Freude bereiten soll, spricht vieles für das Salzwassersystem. Die höhere Anfangsinvestition zahlt sich durch den deutlich geringeren Pflegeaufwand, die bessere Wasserqualität und die mittelfristigen Kostenvorteile aus. Wer hingegen einen kleineren Pool hat, nur gelegentlich badet oder aus finanziellen Gründen die Anschaffungskosten niedrig halten muss, ist mit der bewährten Chlorierung gut beraten.

Unabhängig von der Wahl des Desinfektionssystems sollte jedoch nicht vergessen werden, dass eine gute Filtration die Grundlage jeder erfolgreichen Wasserpflege ist. Sowohl Chlor als auch Salzwasser-Elektrolyse können nur dann optimal wirken, wenn mechanische Verunreinigungen durch eine leistungsfähige Pumpe und Filteranlage entfernt werden. Die regelmäßige Rückspülung des Filters, die Kontrolle der Wasserwerte und die Pflege der Poolausrüstung bleiben bei beiden Systemen wichtige Aufgaben. Der Unterschied liegt primär in der Art der Desinfektion und dem damit verbundenen Aufwand, nicht in der grundsätzlichen Notwendigkeit der Wasserpflege.

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